Addition von Schwingungen unterschiedlicher Schwingungsdauer

Eine Schwingung ist nicht immer durch y = A · sin(ω · t) darstellbar. In Abb. 1 ist ein biegsamer Metallstab zu sehen, an dessen Ende drei schwingende Federpendel aufgehängt sind. ω1  = 1/s, ω2 = 2/s und ω3 = 3/s seien die Winkelgeschwindigkeiten der drei Zeiger, die den Federpendeln zugeordnet werden können.

Unter der Einwirkung dieser drei Federn schwingt der Metallstab nach einer Funktion der Form:

y = a1 · sin(1 · t + φ1) + a2 · sin(2 · t + φ2 ) + a3 · sin(3 · t + φ3 )

Abb. 1

In der Abb. 2 ist diese Funktion für a1 = a2 = a3 = 3 und φ1 = φ2 = φ3 = 0 dargestellt (rote Kurve). Die Funktion ist periodisch, denn die Periodendauer von 0,5 · sin(1 · t) ist ein ganzzahliges Vielfaches der zu 0,5 · sin(2 · t) und 0,5 · sin(3 · t) gehörenden Periodendauern. Die Periodendauer von y = a1 · sin(1 · t ) + a2 · sin(2 · t ) + a3 · sin(3 · t ) gleicht der Periodendauer von y= a1·sin(1 · t ) (grün).

Abb. 2

Jeder periodischen Kurve  kann eine Funktionsgleichung 

y = a1 · sin(ω · t + φ1) + a2 · sin(2 · ω · t + φ2) + a3 · sin(3 · ω · t + φ3 ) + a3 · sin(4 · ω · t + φ3 ) …… zugeordnet werden.

Die zur Bestimmung dieser Funktionsgleichung entwickelte Methode heißt Fourieranalyse.

 

Durchführung einer Fourieranalyse (anklicken!)


Addition von Schwingungen gleicher Schwingungsdauer

Haben die in der Abb. 2 angedeuteten Federpendel gleiche Schwingungsdauern aber unterschiedliche Amplituden a1 , a2 , a3 dann gilt für die Schwingungsweite y des Metallstabs:

y = a1 · sin(ω · t ) + a2 · sin( ω · t ) + a3 · sin( ω · t )

ω ist die Winkelgeschwindigkeit der zu den Federpendeln passenden  Zeigern.

Für die Summe a1 · sin( ω · t ) + a2 · sin( ω · t ) + a3 · sin( ω · t ) kann geschrieben werden:

y = A · sin( ω · t + φ )

A und φ sind konstante Werte, die anhand von a1 , a2 und a3 berechnet werden können.

Zum Beweis der Behauptung muss gezeigt werden, dass für die Summe a1 · sin(ω · t + φ1) + a2 · sin( ω · t + φ2 ) zweier Sinusterme B ·sin( ω ·t + β) geschrieben werden kann.

Abb. 3

In der Abb. 3 sehen wir links die den Schwingungen  a1 · sin(ω · t + φ1) und a2 · sin(w · t + φ2 ) zugeordneten Zeiger. Wird der grüne Zeiger an den roten Zeiger so angefügt (addiert), wie dies im rechten Teil der Abb. 3 zu sehen ist, dann ist der y-Wert von der Spitze des verschobenen grünen Pfeils gleich der Summe  a1·sin(ω·t+φ1)+a2·sin(ω·t+φ2) . Wenn der rote und grüne Pfeil gleichförmig mit ω rotieren, dann rotiert der blaue Pfeil, dessen Spitze den y-Wert a1·sin(ω·t+φ1)+a2·sin(ω·t+φ2) hat, auch gleichförmig mit ω.

Vorführung

Abb. 8

Nach dem Kosinussatz gilt:    A2 = a12 + a22 – 2· a1 · a2 · cos[ 180° - (φ2 - φ1)]

cos(180° - α)  =  - cos (α)

A2 = a12 + a22 + 2· a1 · a2 · cos(φ2 - φ1)

ε und β wird errechnet nach:    tan(ε) = a1 · sin(φ2 - φ1) / [a2 + a1 · cos(φ2 – φ1)]

Verständlich wird dies anhand des Dreiecks oberhalb von a1, in welches der rote Pfeil zeigt.

β = φ2 - ε