Experiment zum RÄUMLICHEN SEHEN

Nach mehrwöchiger Arbeit vor einem Computer konnte der Verfasser dieses Artikels ferne Schriften (z.B. Tafelanschriften von Schülern) nur noch mit großer Anstrengung erkennen. Er konnte dank des im Folgenden beschriebenen Seheffekts die Beschaffung einer Brille um mehrere Jahre hinausziehen. Dieser Effekt ist auch für den Schulunterricht von Bedeutung, denn er macht das räumliche Sehen verständlich.


1. Beschreibung des Seheffektes

Zur Entdeckung des erwähnten Effektes sollte der Leser eine Spitze (Bleistiftspitze) 40 cm über der Mitte zwischen den hier sichtbaren Strecken aus etwa 10 cm Entfernung betrachten (siehe Abb.2).



Abb.1


Die Spitze muss so gehalten werden, dass bei einäugiger Betrachtung der Spitze mit dem rechten Auge die linke Strecke genau hinter der Spitze liegt und bei einäugiger Betrachtung der Spitze mit dem linken Auge die rechte Strecke hinter der Spitze liegt (siehe Abb. 2). Wird der Blick auf die Spitze gerichtet, dann interpretiert das Gehirn die Bilder der linken und rechten Strecke als linke und rechte Sicht einer am Ort der Bleistiftspitze verlaufenden Strecke und vermittelt dem Betrachter eine Strecke an der Spitze . Wenn sich der Effekt nicht einstellt, dann können die Augen verschiedene Brennweiten haben.

Abb.2


2. Akkomodationstraining

Zwei vertikale Strecken S1 und S2 schwingen auf dem Bildschirm des Computers gegeneinander (hier anklicken). Wenn eine Person diese bewegten Strecken so betrachtet wie dies in der Abb.1 angedeutet ist, dann sieht sie eine dritte Strecke S, die sich ihr nähert , wenn S1 und S2 auseinander laufen und dann wieder entfernt, wenn sich die Strecken wieder annähern. Die Augen müssen sich hierbei den ständige wechseln Entfernung von S anpassen.